Bugatti Typ 35 B

Vor 83 Jahren am 14. April 1929 startet der erste Große Preis von Monaco. Ettore Bugatti ist zu dieser Zeit 48, Enzo Ferrari 31 und Juan-Manuel Fangio 18 Jahre alt. William Grover alias „Williams“ steuert in diesem Rennen seinen Bugatti 35 B, Chassis-Nummer 4914. Er liefert sich ein packendes, dramatisches Duell mit Rudolf Caracciola auf dem Werks-SSK.

Es gibt etliche Führungswechsel zwischen dem kleinen und wendigen Bugatti und dem 7,2 Liter-SSK. Nach 100 Runden und einer Dauer von 3 Stunden und 59 Minuten gewinnt Williams auf seinem Bugatti vor Caracciola auf seinem Mercedes. An der Rennstrecke verfolgt ein kleiner Junge zusammen mit seinem Vater das Spektakel. M. Escudier wird diesen besonderen Tag nie vergessen. Nach dem Rennen muss ihm sein Vater sogar einen Nachbau des GP-Bugatti aus Holz bauen, damit der Junge Ruhe gibt.

1954 dann, 25 Jahre später, kauft sich Escudier seinen eigenen großen und echten GP-Bugatti. Escudier bemerkt erst zehn weitere Jahre später – nachdem Fritz Schlumpf wieder und wieder vergeblich versucht, seinen Wagen zu kaufen -, dass er im Besitz des Siegerwagens von Monaco 1929 ist. Escudier behält den Wagen von 1954 bis 2006 – 52 Jahre lang. Im Februar 2006 treffe ich ihn in Monte Carlo und er erzählt mir diese wundervolle Geschichte.

Nach zwei Stunden sind wir uns einig und er verkauft seinen Monaco-Siegerwagen nach 52 Jahren an meinen Kunden. Einer der originalsten und bedeutsamsten Vorkriegsrennwagen, die existieren.

Was für eine Geschichte!

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